125 Jahre Bezirks-Feuerwehrverband Landeck

1891 - 2016 / 125 Jahre Feuerwehrentwicklung im Dienste der Allgemeinheit


125 Jahre BFV Landeck stehen für 125 Jahre freien und ehrenamtlichen Einsatz zum Schutze von Menschen und von Hab und Gut. Im Vereinsregister der BH Landeck ist im Jahre 1890 die Gründung des Bezirksfeuerwehrverbandes Landeck eingetragen. Erster Obmann war k.k. Postmeister Josef Müller.  Bereits im Jahre 1891 haben sich Männer des Bezirkes Landeck über die Organisation eines bezirksübergreifenden Feuerwehrverbandes Gedanken gemacht.

Brand- und Naturkatastrophen von ungewöhnlichen Ausmaß machten ein organisiertes Zusammenarbeiten mehrerer Feuerwehren notwendig.

Als 1911 der Dorfkern von Zams ein Raub der Flammen wurde, standen bereits 11 Feuerwehren des Bezirkes Landeck, Imst und Innsbruck im Einsatz. Im Jahre 1914 waren schon 31 Feuerwehren Mitglied des Verbandes.

In den ersten Jahren des Verbandes war das Versicherungswesen ein großes Thema, vor allem ging es um Feuer- und Haftpflicht-Versicherungen und die Sterbekasse für jeden Feuerwehrmann. Später lag das Hauptaugenmerk auf der Koordination der technischen Ausstattung der Wehren. So wurden bereits 1924, trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage der 30er-Jahre, in fast allen Gemeinden Tragkraftspritzen angeschafft.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Augenmerk auf die Verbesserung der Alarmierung, der Ausrüstung und Neuorganisierung der Feuerwehren gelegt.

Besonders in tourismusintensiven Bezirken wie dem Bezirk Landeck ist es notwendig, einsatzkräftige Feuerwehren mit hochmotivierter Mannschaft, einem erfahrenen Kommando und neuester technischer Ausstattung und damit verbundener Ausbildung stellen zu können, um die dadurch geforderten Aufgaben hervorragend zu meistern.

Wichtige Schritte in diese Richtung waren unter anderem die Anschaffung einer 30-Meter-Drehleiter in den 60er-Jahren, die auf Initiative des Bezirkskommandaten Anton Handle alle Gemeinden des Bezirkes gemeinsam anschafften und die in Landeck stationiert wurde, oder die Einrichtung des Tauschsystems für Atemschutzflaschen in den frühen 90ern. 

Das steigende Verkehrsaufkommen und die zahlreichen Tunnelanlagen im Bezirk führen dazu, dass bald Bergescheren für jeden Abschnitt angeschafft und im selben Abrechnungsmodus wie die erste Drehleiter finanziert wurden. 

Ab 1990 wurde an der zentralen Alarmierung der Wehren gearbeitet. Der Notruf wurde nunmehr direkt zur Alarmzentrale bei der Gendarmerie Landeck umgeleitet. In den darauf folgenden Jahren wurde die Sirenensteuerung für den Bezirk fertiggestellt, somit konnten alle Sirenen von der Gendarmerie ausgelöst werden.

Ein Meilenstein für die Feuerwehren war die Einrichtung der neuen Atemschutzwerkstätte und die Installation eines Flaschentresors. Dadurch konnten die Wehren jederzeit Atemschutzflaschen tauschen.

Die Arbeit in den Jugendgruppen des Bezirkes  wurde immer intensiver  und macht sich bei der Überstellung in den aktiven Dienst bemerkbar. Bestens ausgebildeter Nachwuchs kommt in den Wehren zum Einsatz.

Ein wichtiger Schritt für die Entwicklung des Bezirksfeuerwehrverbandes war der Einzug in die neuen Räumlichkeiten im Zuge der Errichtung des Einsatzzentrums Landeck. Neben der Feuerwehr Landeck, der Bergrettung und Wasserrettung wurden auch der BFV Landeck und die Bezirkszentrale in modernen und den aktuellen Anforderungen angepassten Räumlichkeiten untergebracht. Es können dort nicht nur die administrativen Tätigkeiten, Besprechungen, Sitzungen und dergleichen abgewickelt werden, sondern insbesondere im Kat-Einsatz kann der Bezirksführungsstab seine Aufgaben dort verrichten.

Im Jahre 2015 setzten die Feuerwehren des Bezirkes Landeck als erster Tiroler Feuerwehrbezirk eine neue innovative Software "Contwise-LISA" zur Lagedarstellung flächendeckend bei (Katastrophen) Einsätzen ein. Die Erfahrungen aus den letzten Katastrophen- und Großschadensereignissen (Katastropheneinsätze See 2015 u. Grins-Graf 2016) haben gezeigt, dass eine Lagedarstellung in dieser Form unverzichtbar ist. Als flächendeckendes Lageführungsprogramm ist es in den Punkten Einfachheit, Darstellung, Schnelligkeit, Funktion, Konzeption und Einsatzmöglichkeiten im WEB, u.a.m. derzeit aus Sicht des BFV konkurrenzlos.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass durch den Weitblick vieler Funktionäre und Feuerwehrkameraden und die positive Kooperation mit den Gemeinden es möglich war, den hervorragend funktionierenden Bezirksfeuerwehrverband Landeck in seiner heutigen Form aufzubauen.


125 Jahre Bezirksfeuerwehrverband Landeck ist ein Grund zum Feiern. Aus diesem Grund lud der BFV Landeck die Vertreter der Feuerwehren des Bezirkes und zahlreiche Ehrengäste am 2. September 2016 zu einer Feierlichkeit in den Stadtsaal Landeck ein.

BFKDT Hermann Wolf konnte Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl, LFI Alfons Gruber, Landesfeuerwehrkommandant-Stv. Hannes Mayr, Vertreter der Nachbar-Bezirksverbände, BFI Thomas Greuter, die Ehrenmitglieder Hubert Ostermann, Othmar Weiskopf u. Albert Praxmarer, LR Bernhard Tilg, BR Bgm. Hans Peter Bock, Bgm. Wolfgang Jörg und weitere Bürgmeister des Bezirkes Landeck begrüßen.

In der gelungen Feier hielt man Rückschau auf die Erfolgsgeschichte 125-Jahre Bezirksfeuerwehrverband Landeck und blickte vertrauensvoll und voller Datendrang in die Zukunft.

Bei der Jubiläumsfeier wurden vom Landesfeuerwehrkommandant zahlreiche verdienstvolle Kameraden ausgezeichnet:

Verdienstzeichen des LFV in Bronze:

  • ABI Heinz Haim (Zams)
  • ABI Heinreich Heiss (Prutz)
  • OBI Erwin Schnegg (Feichten)
  • OBI Ludwig Lenz (Kaunerberg)
  • OBI Franz Türtscher (Galtür)

Verdienstzeichen des LFV in Silber:

  • ABI Herbert Jehle (Ischgl)

Herzliche Gratulation an die Geehrten.

BFKDT Hermann Wolf wünschte zum Abschluss im Vertrauen darauf, dass auch in den kommenden Jahren möglichst viele Männer und Frauen den Mut und die Bereitschaft aufbringen werden, den Mitmenschen in Not und Gefahr zu helfen, allen getreu unserem Wahlspruch "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr!" alles Gute.

 

Bericht: BV Günter Zangerle (Auszüge aus der Festschrift) / Fotos: Franz Josef Senn